10 Prognosen zur Zukunft der IT

Wie bei jedem Jahreswechsel, so fühlten sich auch diesmal wieder so ziemlich alle IT-Anbieter aufgerufen, ihre Vor- oder zumindest Lautnachdenker Vorhersagen zur Zukunft der IT in die unendlichen Weiten des Blog- und Social-Media-Universums hinausposaunen zu lassen. Getreu dem Motto „Was Hinz und Kunz können, das kann ich schon lange (vielleicht nicht so gut, dafür aber sarkastischer)“ folgen deshalb nun meine zehn Hypothesen zum IT-Geschehen im Jahr 2018:

  1. Smarte Haushaltsgeräte schicken ohne unser Wissen immer mehr Daten über unser Nutzungsverhalten an die Gerätehersteller. Ein chinesischer Toaster-Fabrikant verkauft die Datensätze jener Kunden, die ihren Toast regelmäßig anbrennen lassen, für 50.000 Dollar an einen Hersteller smarter Rauchmelder.
  2. Dieser verkauft die Daten dann weiter an einen Hausratversicherer, und der wiederum an einen Pharmakonzern.
  3. Angesichts des Hypes um Kryptowährungen bringt ein holländischer Tulpenzüchter seine eigene digitale Währung auf den Markt, die sogenannte „TulipCoin“. Begeisterte Holländer verpfänden für die digitalen Tulpenmünzen Haus und Hof in der Hoffnung, unendlich reich zu werden. Spoiler Alert: Das legt sich.
  4. Wir können nur noch innerhalb jener Zeitfenster für unsere Einkäufe bezahlen, in denen unsere Online-Bank oder Kryptobörse nicht aufgrund eines DDoS-Angriffs unerreichbar ist. In Bankenkreisen nennt man das die „Öffnungszeiten“.
  5. Der CEO des Pharmakonzerns erklärt, man beabsichtige, den Hausratversicherer zu übernehmen, „um die Supply Chain zu optimieren“. Die Börse ist begeistert, die Kurse steigen.
  6. Nach dem spektakulären Unfall eines prominenten Fußballers stellt ein Gericht fest, dass er schuldig ist, weil er betrunken kein Fahrzeug führen darf, auch kein autonomes. Der Fußballer will in Berufung gehen, denn: „Mein Tesla hatte doch nix getankt!“
  7. Nachdem Amazon mit „Echo Spot“ – einer smarten Uhr mit integrierter Assistentin Alexa – in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmern erobert hat, will der Konzern die letzte Bastion der Privatsphäre stürmen: mit dem smarten Klopapierrollenhalter „Echo Wipe“. Nach anfänglicher Skepsis lassen sich Millionen Konsumenten von dem Vorteil überzeugen, dass Echo Wipe mittels laufender Verhaltensanalyse und künstlicher Intelligenz immer rechtzeitig Papier nachbestellt. Das Gästeklo wird Statussymbol.
  8. Apple kontert Amazons Bemühen um digitale Vorherrschaft mit iWipe, einem smarten Toilettenpapier, das sich beim Erreichen der letzten zehn – oder in Apple-Speak: der letzten „X“ – Blätter selbst nachbestellt. Die Fanbois müssen vor den Apple Stores so lange für das neue Produkt in der Schlange stehen, dass Wartende den ersten stolzen Käufern das gerade erworbene iWipe sofort aus der Hand reißen. Die nachfolgenden Szenen kommentiert Apple nicht.
  9. Der CEO des Pharmakonzerns erklärt, man beabsichtige, den Toaster-Fabrikanten zu akquirieren, „um mittels einer Closed-Loop Supply Chain direkten Zugang zum Kunden zu haben“. Die Börse ist begeistert, die Kurse steigen.
  10. Das Berufungsgericht muss den Prozess des Fußballers verschieben, da dieser nicht rechtzeitig zur Verhandlung erscheinen kann: Er sitzt seit drei Tagen zu Hause fest, da sich sein letzter Echo-Wipe-Kauf aufgrund eines DDoS-Angriffs auf seine Bank verzögert. Die Fortsetzung des Prozesses wird aber innerhalb der nächsten zwei Wochen erwartet, sofern der Richter vorher noch diese Sache mit dem explodierten Toaster und der unerwünschten automatischen Lieferung von zwei Tonnen Wundsalbe geregelt kriegt. Wir werden berichten.